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Daumensattelgelenksarthrose

Die Rhizarthrose bezeichnet die Abnutzung und den Verschleiß des Gelenkknorpels. Normalerweise schützt der Knorpel zusammen mit der Gelenkschmiere (Synovia; Synovialflüssigkeit) die Gelenke und fungiert als eine Art "Stoßdämpfer". Durch eine Arthrose kann diese Funktion nicht mehr gewährleistet werden.

Die Erkrankung des Daumensattelgelenkes kann zusammen mit einer seit Generationen bekannten Krankheit, der Fingerpolyarthrose erfolgen. Typisch sind die Knotenbildungen zumeist über den Fingerendgelenken. Die Ursache ist bis heute unerkannt.  

Das Sattelgelenk zeigt oft schubweise auftretende äußerst schmerzhafte Entzündungsreaktionen und die Greiffähigkeit und Greifkraft leidet zusehends.

Die Bewegungsfähigkeit des Daumens, insbesondere die Möglichkeit des Abspreizens ist schmerzhaft eingeschränkt. Das Greifen eines größeren und vor allem schwereren Gegenstandes - wie eines Aktenordners, dicken Buches oder teilweise schon das Halten einer Flasche - ist schmerzbedingt nicht mehr möglich.

Leitsymptome

  • Der Daumen fühlt sich instabil bzw. wackelig an.
  • Einschießende Schmerzen
  • Schmerzhafte Bewegungseinschränkung
  • Verlust der Sensibilität

Begleitsymptome

  • Druckschmerzen
  • Erhöhte Kälteempfindlichkeit der Gelenke
  • Gelenkschwellungen
  • Gelenkgeräusche
  • Spannungsgefühl in den Gelenken (im späteren Stadium)

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Körperliche Aktivität
  • Unterbelastung des Knorpels: mangelnde körperliche Bewegung – da der Knorpel seine Mikronährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit bezieht, ist er darauf angewiesen, dass das Gelenk bewegt wird
  • nutritive Schädigung (z. B. lange Ruhestellung im Gipsverband)
  • Überbelastung des Knorpels, z. B. durch Leistungs- und Hochleistungssport oder lang andauernde schwere körperliche Belastungen

Allgemeine Maßnahmen

  • Vermeidung von:
    • Überbelastung der Gelenke, z. B. durch Leistungs- und Hochleistungssport oder lang andauernde schwere körperliche Belastungen, z. B. im Beruf (Bauarbeiter, insbesondere Bodenleger)

Medizinische Hilfsmittel

  • Zur Ruhigstellung bzw. Stabilisierung des Daumensattelgelenkes empfehlen sich
    • Daumenbandage
    • Orthese (Schiene) – Hierbei bleibt der Bewegungsfreiraum der anderen Daumen- sowie Fingergelenke erhalten. Die Schiene sollten allerdings nur bei Belastung oder nachts getragen werden, da die Muskeln dadurch geschwächt werden.

Im frühen Stadium können Spritzen und vorübergehende Schienenruhigstellungen der betroffenen Gelenke zeitweise helfen. Für das späte Stadium mit Einschränkung der Gelenkfunktion und ständigen Schmerzen hat man operative Konzepte entwickelt.

Diese sehen für das Daumensattelgelenk die Bildung eines Falschgelenkes vor. Der Daumen bildet mit dem ersten Handwurzelknochen das Daumensattelgelenk. Da die Gelenkflächen zerstört sind und der Kapsel-Band-Apparat instabil geworden ist, wird der erste Handwurzelknochen entfernt und für den Daumen wird ein Sehnenlager durch Abspalten eines Sehnenstreifens aus der Handgelenksbeugesehne geschaffen, alternativ werden Implantate eingesetzt.

Besteht überdies eine Fingerpolyarthrose (s.o.) und ist die Greifkraft durch dauernde schmerzhafte Entzündungen und Zerstörungen der Fingergelenke beeinträchtigt, werden in aller Regel zur Wiederherstellung der Handfunktion, die ohnehin nicht mehr funktionstüchtigen Fingerendgelenke versteift. Damit ist die Greifkraft wiederhergestellt und der durch Entzündungsschübe fortschreitende Knochenabbau und Schmerz dauerhaft beseitigt.

Im Bereich der Fingermittel- und Grundgelenke, die selten auch mit befallen sein können, hat man über mehr als 1 Jahrzehnt sehr gute Erfahrungen mit dem Einbau künstlicher Gelenke sammeln können. Diese beseitigen zuverlässig den Schmerz und erhalten eine eingeschränkte, aber doch befriedigende Bewegungsfähigkeit der Gelenke.