Schultererkrankung · Rotatorenmanschette
Kalkschulter
Tendinitis calcarea – Diagnostik und Therapie
Was ist eine Kalkschulter?
Eine Tendinitis calcarea beschreibt kalkartige Ablagerungen in verschiedenen Sehnen und Sehnenansätzen im menschlichen Körper. Am häufigsten treten diese Ablagerungen an der Rotatorenmanschette des Schultergelenks auf – in diesem Zusammenhang spricht man von einer Kalkschulter.
Oft geht die Erkrankung mit Entzündungsprozessen einher. Je eher mit der Therapie begonnen wird, desto günstiger ist die Prognose.
Wissenswertes auf einen Blick
Geschlechterverteilung
Frauen sind etwa dreimal häufiger betroffen als Männer (3:1).
Typisches Alter
Die Erkrankung tritt vorwiegend zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf.
Lokalisation
Am häufigsten an der Rotatorenmanschette – besonders an der Supraspinatussehne.
Symptome
- Beschwerden abhängig von Größe des Kalkherdes und Krankheitsstadium
- Verlauf von starken Schmerzen bis symptomarm möglich
- Deutliche Verschlechterung, wenn Kalkherde in den Schleimbeutel eintreten (Bursitis calcarea)
- Schmerzen häufig bei Bewegungen über Kopf und nachts beim Liegen auf der Schulter
Verlauf
Der Verlauf einer Tendinitis calcarea ist sehr unterschiedlich. Das Immunsystem reagiert auf die eingelagerten Calciumkristalle: Makrophagen („Fresszellen") bauen diese weitestgehend ab, die entstandenen Resorptionshöhlen werden durch Narbengewebe ersetzt. Eine Spontanheilung ist möglich – aber nicht garantiert.
Welche Ursachen führen zu einer Kalkschulter?
Sehnenverkalkungen entstehen vermutlich durch degenerative Prozesse – beispielsweise durch eine Minderdurchblutung des Sehnenansatzes am Knochen. Auch ein anatomisch enger Raum kann Degenerationen begünstigen. Die Entstehung ist meist multifaktoriell bedingt.
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Allgemeine Maßnahmen
- Entlastung und Ruhigstellung
- Sportkarenz – sobald Schmerzen nachlassen, Physiotherapie beginnen
- Entzündungshemmende Medikamente
- Spritzeninfiltration
Physikalische Therapie & Physiotherapie
- ESWT-Stoßwellentherapie
- MBST®-Kernspinresonanztherapie
- Physiotherapie zur Wiederherstellung der Beweglichkeit
- Manuelle Therapie und Mobilisation
Welche operativen Möglichkeiten gibt es?
Bei ausbleibender Spontanheilung, wenn konservative Therapien nicht zum Erfolg führen oder die Schmerzen chronisch werden (über 3 Monate) sowie bei größeren Kalkherden (Durchmesser über 1 cm) sollte eine operative Therapie in Betracht gezogen werden.
Durch die Entfernung der Kalkherde kommt es zu einer Druckentlastung, wodurch auch starke Schmerzen abklingen. Der Eingriff kann chirurgisch offen oder arthroskopisch (minimal-invasiv) erfolgen.
Zu den Schulter-OperationenSie haben Schulterbeschwerden oder den Verdacht auf eine Kalkschulter? Wir beraten Sie gerne persönlich und erstellen ein individuelles Therapiekonzept.
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