Die Arthrose des Daumensattelgelenks und die Fingerpolyarthrose

Der schmerzhafte Gelenkknorpelverschleiß des Daumensattelgelenkes kann isoliert oder im Rahmen einer sogenannten Fingerpolyarthrose auftreten.

Die Bewegungsfähigkeit des Daumens, insbesondere die Möglichkeit des Abspreizens ist schmerzhaft eingeschränkt.

Das Greifen eines größeren und vor allem schwereren Gegenstandes - wie eines Aktenordners, dicken Buches oder teilweise schon das Halten einer Flasche - ist schmerzbedingt nicht mehr möglich.

Das Röntgenbild sichert die Diagnose.

Die Erkrankung des Daumensattelgelenkes kann zusammen mit einer seit Generationen bekannten Krankheit, der Fingerpolyarthrose erfolgen. Schon die von Dürer gezeichneten Hände zeigen die typischen Veränderungen dieser Erkrankung, deren Ursache bis heute unerkannt ist, nicht aber deren Verlauf. Typisch sind die Knotenbildungen zumeist über den Fingerendgelenken.

Im späten Stadium kann es zu einer stark abgewinkelten Fehlstellung der Fingerendglieder kommen. Die Fingerendgelenke zeigen oft schubweise auftretende äußerst schmerzhafte Entzündungsreaktionen und die Greiffähigkeit und Greifkraft leidet zusehends.

Therapie

Im frühen Stadium können Spritzen und vorübergehende Schienenruhigstellungen der betroffenen Gelenke zeitweise helfen.

Für das späte Stadium mit Einschränkung der Gelenkfunktion und ständigen Schmerzen hat man operative Konzepte entwickelt.

Diese sehen für das Daumensattelgelenk die Bildung eines Falschgelenkes vor. Der Daumen bildet mit dem ersten Handwurzelknochen das Daumensattelgelenk. Da die Gelenkflächen zerstört sind und der Kapsel-Band-Apparat instabil geworden ist, wird der erste Handwurzelknochen entfernt und für den Daumen wird ein Sehnenlager durch Abspalten eines Sehnenstreifens as der Handgelenksbeugesehne geschaffen.

Dieses Verfahren wurde von dem Handchirurg Epping Anfang der 60iger Jahre entwickelt. Auch verschiedene Modelle eines künstlichen Daumensattelgelenkes sind bereits auf dem Markt, aber Langzeiterfahrungen fehlen noch.

Besteht überdies eine Fingerpolyarthrose und ist die Greifkraft durch dauernde schmerzhafte Entzündungen und Zerstörungen der Fingergelenke beeinträchtigt, werden in aller Regel zur Wiederherstellung der Handfunktion, die ohnehin nicht mehr funktionstüchtigen Fingerendgelenke versteift. Damit ist die Greifkraft wiederhergestellt und der durch Entzündungsschübe fortschreitende Knochenabbau und Schmerz dauerhaft beseitigt.

Im Bereich der Fingermittel- und Grundgelenke, die selten auch mit befallen sein können,hat man über mehr als 1 Jahrzehnt sehr gute Erfahrungen mit dem Einbau künstlicher Gelenke sammeln können. Diese beseitigen zuverlässig den Schmerz und erhalten eine eingeschränkte, aber doch befriedigende Bewegungsfähigkeit der Gelenke.